


Eduard war nicht der einzige Geistliche in der Familie Nitsche. Sein Cousin, der am 13.1.1875 geborene Anton (ein Kind des Bruders seiner leiblichen Mutter), wurde ebenfalls zum Priester geweiht. Seine Eltern waren Josef und Franziska Nitsche, geb. Wolf. Die Priesterweihe fand am 14.Juli 1901 in Leitmeritz statt und am 21. Juli 1901 wurde die Primiz in Peterswald gefeiert. Pfarrer Skliba holte um ¾ 10 Uhr Anton Nitsche in seiner Wohnung ab und geleitete ihn in die Kirche. Eintrag des Pfarrer Skliba am 21.7.1901 in die Pfarrchronik.
Am 22.Jänner 1922 veranstaltete die Pfarrgemeinde Peterswald anlässlich der 25-jährigen Seelsorgetätigkeit von Pfarrer und bischöflichen Notar Alois Skliba eine imposante Festfeier. Um 9 Uhr früh wurde unter der Beteiligung der Geistlichkeit – an der Spitze der hochwürdige Konsistorialrat, bischöflicher Bezirksvikär, Herr Eduard Schönbach-Nitsche und eine sehr große Zahl der Bevölkerung in die festlich geschmückte Kirche geleitet. Es gibt etliche Berührungspunkte im Leben von Alois Skliba und Eduard Schönbach-Nitsche. Am 6.8.1929 verstarb die mutmaßliche Tochter von Alois Skliba, Filomena Lev. Sie erlag einem Darmkrebs-Leiden; die letzte Ölung erhielt sie von Pfarrer Sklíba, die Beerdigung jedoch celebrierte Eduard Schönbach-Nitsche.
Erinnerungen des Großneffen Manfred Schönbach aus Gera:
Aus dem Leben des Pfarrers Eduard Schönbach-Nitsche
Als erste Veränderung in Verbindung mit dem Anschluss des Sudetenlandes an das „Reich“ war die Auflösung der Konsumgenossenschaften im Jahre 1938. Dabei musste der im Hause-Nr. 221 der Familie des „Nitsch-Pfarrers“ befindliche Laden geschlossen werden. Daher war die Ursache der Nutzung der vorgenannten Konsum-verkaufsstelle durch die NSV deren Schließung. Die NSV-NS-Volkswohlfahrt nutzte den Raum des Verkaufsstellenleiters für ihre Aufgaben; für Zwecke des WHV – Winterhilfswerk und um die in den „6 Eintopfsonntagen“ gesparten Mittel für die Unterstützung bedürftiger Familien zu sammeln und abzurechnen. Dadurch konnten erholungsbedürftige Kinder von der NSV nach Sömmerda verschickt werden. Der gesamte, bisher als Einzelhandelsgeschäft genutzte Raum wurde bereits 1939 von der Gemeinde als Kindergarten genutzt.
Die bisher nicht evakuierten Deutschen hatten die Möglichkeit
· Nach einem Ort in Deutschland auszureisen oder
· Die tschechische Staatsangehörigkeit anzunehmen.
So auch der Großonkel von Manfred Schönbach, Eduard Schönbach-Nitsche. Der Pfarrer hatte sich damals mit seinen Eltern darüber unterhalten und dabei u.a. gesagt „mir fällt es schwer nochmals auszuwandern, nachdem ich 1945 von Neutitschein nach Peterswald zurück gekommen bin“. So erklärt sich der Entschluss, die tschechische Staatsbürgerschaft anzunehmen und daraus folgte auch die Führung der Dokumente der Pfarrei in Schönwald auf tschechisch.
Mit Bauschein vom 16.9.1943 wurde die Aufstellung einer Baracke für die NSDAP-Hitler-Jugend genehmigt, denn dazu eignete sich der Grund und Boden des Groß-onkels von Manfred Schönbach am besten, so dass es keine Möglichkeit der Ablehnung gab. Diese Nutzung ist keinesfalls als Sympathie für die Nazis zu betrachten.
Im Laufe des Jahre 1947 ging es Eduard Schönbach-Nitsche gesundheitlich nicht gut, er gab ein Venenleiden an. Der Arzt jedoch diagnostizierte eine Rheumaerkrankung.

Pfarrer Schönbach-Nitsche verstarb am 13.3.1951 in Schönwald. Beigesetzt wurde er am 20.3.1951 in der Gruft seiner Adoptiveltern, die gleichzeitig im Verwandschaftsverhältnis als Onkel und Tante zu ihm standen, dem Ehepaar Anton, *31.12.1835 und Maria - Anna Nitsche, geb. Kliem, *8.11.1839 in Peterswald.
Grabstätte der Adoptiveltern Pfarrer Schönbach [© Jan Teister]




